Die Senkung der Mehrwertsteuer - wichtige Infos für Unternehmen

Seit dem 1. Januar 2018 zahlen die Schweizerinnen und Schweizer eine tiefere Mehrwertsteuer, und zwar 7,7 statt 8 Prozent.

Es ist die erste Senkung seit ihrer Einführung. Aber was bedeutet das für Unternehmen? Gerne weisen wir auf ein paar Punkte hin.

Es ist eine Besonderheit für die Schweiz: Zum ersten Mal wird die Mehrwertsteuer (MWST) seit ihrer Einführung im Jahre 1995 gesenkt. Ausgelöst durch die Abstimmung vom 24. September 2017, als das Volk die Reform zur Altersvorsorge ablehnte. Der Grund für die sinkende MWST ist allerdings das Auslaufen der IV-Zusatzfinanzierung. Volk und Stände hatten während sieben Jahren zusätzliche 0,4% bewilligt. Diese Periode ist Ende 2017 ausgelaufen. Da das Stimmvolk 0,1% der Bahninfrastruktur zugesprochen hat, sinkt die MWST um 0,3 statt 0,4%. Der reduzierte Satz für Güter des täglichen Bedarfs bleibt unverändert bei 2,5%, der Sondersatz für die Hotellerie sinkt von 3,8 auf 3,7%.

MWST nach Zeitpunkt der Leistung verrechnen
Was heisst das nun konkret für Unternehmen? Nun, als erstes ist wichtig, dass Sie bei sämtlichen Rechnungen und Belegen, die Ihre Leistungen ab 1. Januar 2018 betreffen, den neuen MWST-Satz von 7,7% verwenden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) betont, dass weder das Rechnungsdatum noch das Zahlungsdatum für die MWST ausschlaggebend sind, sondern das Datum der erbrachten Leistungen respektive der Zeitpunkt der Lieferung. Eine Arbeit, die 2017 begonnen hat und erst im 2018 endet, muss also aufgeteilt und mit beiden MWST-Sätzen besteuert werden. Ein Beispiel dazu: Haben Sie das Haus eines Bauherrn vom 1. November 2017 bis 15. Januar 2018 umgebaut, müssen Sie die Leistung zweigeteilt verrechnen. Das heisst, die Arbeit vom 1. November bis 31. Dezember 2017 fakturieren Sie mit 8,0% MWST, die Arbeit vom 1. bis 15. Januar 2018 mit 7,7%. Dabei gilt es, dem Kunden klar ersichtlich zu machen, in welchem Zeitraum die Leistung erfolgte.

Auch Saldosteuersätze wurden gesenkt
Die Änderung der Mehrwertsteuer hat ausserdem eine Anpassung der Saldosteuersätze nach sich gezogen. Und zwar sind acht von zehn Sätzen per 1. Januar 2018 gesenkt worden. Zur Erinnerung: Grund für diese Methode war, die MWST-Abrechnung für Unternehmen zu vereinfachen, indem der Brutto-Umsatz mit dem für die jeweilige Branche und Tätigkeit definierten Saldosteuersatz multipliziert wurde. Allerdings profitieren von diesem System nur Unternehmen mit maximal CHF 5,02 Millionen Umsatz.

Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, damit die Umsetzung der Mehrwertsteuer korrekt erfolgt.

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